Apple verbessert die Möglichkeiten des iPad im Bildungsbereich

Apple verbessert die Möglichkeiten des iPad im Bildungsbereich

Seit heute Abend durchzieht die private Filterblase meiner Social Media Accounts eine Nachricht, die für viel Furore sorgt. Apple bricht mit ihrer “Single User- Philosophie” am iPad und erweitert die administrativen Möglichkeiten ihrer iOS Devices für den Schulbereich. Mit iOS 9.3 kommt eine Beta auf den Markt, die mich gleichermaßen überrascht wie sie mir Fragen in den Kopf setzt. Das bahnbrechendste Feature sicherlich nennt sich Shared iPad. Mehrere User können sich nun ein iPad teilen, in dem sie sich mit einem Account anmelden und ihre eigenen Inhalte und Apps zur Verfügung gestellt bekommen. Dabei soll es alles sofort nach dem Einloggen auf dem Stand sein, auf dem die Schüler das Gerät verlassen haben. Durch das Nutzen des neuen Photo ID- Funktion sehen die Schüler auf dem Display des iPads die Bilder aller Nutzer. Durch simples Antippen ihres eigenen Bildes werden sie angemeldet. Jüngere Schüler oder Schüler, die sich damit schwer tun, können sich ferner per PIN anmelden. Eine spannende Option für die vielen Schulen, die Leihgeräte im Umlauf haben. Um ehrlich zu sein weiss ich nicht mehr, wie oft ich in Schulungen steif und fest behauptet habe, dies würde nie passieren… aber hey, was stört mich mein Geschwätz von gestern? 😉

Ein weiteres neues Feature erinnert mich stark an Casper Focus von JAMF, Apple nennt es die Classroom App. Lehrern wird hiermit ermöglicht, Apps per Fingertipp auf allen Geräten zu starten, Geräte zu steuern und Bildschirme der Schüler via “Screen View” anzuschauen. Man kann bestimmte Inhalte, Apps und Internetseiten festlegen, die die Schüler nicht verlassen können. Ich bin kein Freund dieser Art Kontrolle, aber es wird Situationen geben, in denen dies von Bedeutung sein kann. Sinnfrei erscheint mir die Möglichkeit, die Airplay Funktion fernzusteuern, um die Ergebnisse der Schüler zu präsentieren… bislang schafften das meine Schüler selbst.

Eine deutliche Verbesserung im administrativen Bereich scheint der neue Apple School Manager darzustellen. An einem zentralen Ort lassen sich mithilfe eines Assistenten Apple IDs  und iTunes U Kurse erstellen, Apps und Bücher kaufen und alle notwendigen Einstellungen tätigen, die vor Ausrollen der Geräte (oder zwischendurch) vonnöten sind, so auch die MDM Konfiguration. Hierüber lässt sich auch Content an die Schülergeräte verteilen. Das alles browserbasiert von jedem Laptop/ PC aus. Die wesentliche Neuerung des School Managers sind sicherlich die Managed Apple IDs. Im Speziellen bedeutet das, daß Schulen nun über die Möglichkeit verfügen, die IDs der Schüler zu verwalten. Somit müssen sich die Schüler nicht mehr selbst registrieren, sondern können dies durch die Schule erledigen lassen. Das beinhaltet auch das Zurücksetzen der Passwörter, eine Bulk- ID- Erstellung und individuelle Anpassungen an jeden Account. Apple verspricht sogar die Mitnahme der Schul- ID nach Verlassen der Schule, damit die Daten nicht verloren gehen. Eine sehr vielversprechende Funktion.

Ich habe versucht, auf die Schnelle alle erhältlichen Informationen aus zwei Quellen (apple.com und edsurge.com) zusammenzufassen und schreibe erstmalig über etwas, das ich selbst noch nicht gesehen habe. Es scheint für mich Apples Antwort auf den Siegeszug der Chromebooks (incl. Google Classroom…) in den USA und der ernstzunehmenden Bildungsinitiative von Microsoft in Europa zu sein und eine Reaktion auf die zig Tausend iPads weltweit, die nicht in 1:1 Settings geführt werden, sondern in Leihvarianten. Ich bin gespannt auf die praktische Umsetzung und hoffe, dass wir in Deutschland nicht wieder ein Jahr warten müssen.

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