Bildübertragung mit dem iPad

Bildübertragung mit dem iPad

Bildübertragung mit dem iPad

Der Artikel ist aus dem Juni 2012 und ich denke, es ist Zeit, ihn noch einmal überarbeitet nach oben rücken, da sich diesbezüglich einiges getan hat. Alle Neuerungen habe ich mit blau kenntlich gemacht.

Eine der am häufigsten gestellten Überlegungen der letzten Wochen und Veranstaltungen, denen ich beigewohnt habe, war die Frage nach der Übertragung des Bildes an einen Beamer oder eine digitale Tafel.

Ich möchte hier alle mir momentan bekannten Varianten vorstellen.

1. Apple TV

Sicherlich die bislang eleganteste und beste Lösung, Bild- und Ton an einen Beamer zu streamen. Benötigt wird ein WLAN Netz, ein Beamer (vornehmlich mit HDMI Anschluss) und Apple TV (ca. 100 Euro).

Bild: Wikipedia

Befinden sich die iPads im selben Netzwerk wie Apple TV erkennen diese das Gerät und man kann via AirPlay mit einem Tastendruck sein Bild und Ton an den Beamer streamen. Es gilt hier ‘wer schneller ist, gewinnt’, das heißt, es bedarf einer gewissen Disziplin, damit sich die Schüler nicht gegenseitig von der Leinwand ‘schmeißen’. Die Möglichkeit, ein Passwort einzugeben, ist in der Unterrichtssituation sicherlich unsinnig.

Apple TV ist sensationell und im Unterrichtsalltag ein Muss!
Verfügt man nicht über HDMI fähige Beamer, wird einem mit folgender Lösung geholfen…
1.a) Apple TV ohne HDMI
Seit ein paar Monaten gibt es genau für diese Fälle eine Hardware Lösung in Form eines Konverters. Der Ligawo VGA to HDMI Konverter wandelt das Signal um und Apple TV überträgt Bild und Ton auf einen VGA Beamer (ca. 45 Euro). Somit finden auch die alten Beamer wieder eine sinnvole Verwendung.
1b.) Seit einiger Zeit auf dem Markt und absolut problemlos einsetzbar ist der VGA auf HDMI Adapter von Kanex namens Kanex ATV Pro. Wie alle Adapter nicht ganz billig (zwischen 50 und 60 Euro), aber uneingeschränkt funktionsfähig und großartig.
Foto 1 Foto 2
2. HDMI und VGA Adapter

Verfügt man über ein schwaches oder instabiles WLAN Netz, kann man immer noch auf die Adapter Lösung zurückgreifen. In allen Apple Stores erhältlich für HDMI Beamer und auch VGA Beamer. Rein technisch eine todsichere Lösung, leider etwas wackelig, da es an den doch sehr kleinen Dockanschluss angeschlossen wird. Auf Dauer tun erfahrungsgemäß die Finger weh beim Halten des iPad, da man ständig Gefahr läuft, dass der Adapter herausrutscht. Das Gute ist allerdings, es dauert nur Sekunden und der Beamer findet das iPad wieder. Wichtig ist hier natürlich zu erwähnen, dass beim HDMI Adapter (digital) Ton UND Bild übertragen werden. Beim VGA Adapter wir NUR das Bild übertragen. Ton muss separat über den Miniklinken Stecker abgegriffen werden.
HDMI Adapter

VGA Adapter

Beide sind erwartungsgemäß nicht ganz billig (bei jeweils 40 Euro) aber dafür funktionieren sie tadellos.

Dadurch, dass das iPad nicht über USB verfügt, macht der Einsatz von digitalen Tafeln der Großanbieter in meinen Augen wenig Sinn. Wesentlich eleganter erscheint mir eine große Leinwand und ein leistungsstarker Beamer, die in Verbindung mit Apple TV flexibel und spontan genutzt werden können. Wir arbeiten dazu mit dem Mimio Teach, um weiterhin bei Interesse die Interaktivitat am Board selber zu gewährleisten. Eine tolle Kombination.

3. Software Lösungen

3a.) Reflection

Diese Software gibt es sowohl für Mac als auch für Windows Rechner und liegt für den Mac bei etwa 15 Euro als Vollversion. Reflection ermöglicht das “Spiegeln” des Bildes via AirPlay auf den Mac oder Windows PC, der bestenfalls mit einem Beamer verbunden ist. Dabei ist besonders die Aufnahmefunktion schön, um beispielsweise Videotutorials anzufertigen. Hübsch sind die Rahmen um das Bild, die den Eindruck erwecken, man hätte tatsächlich das iPad auf dem Monitor. Ich habe diese App am Wochenende in Aktion erlebt und war begeistert.

dwfv

Diese App erübrigt im Prinzip Apple TV in Klassenräumen, in denen Lehrer Computer vorhanden sind.

3b.) AirServer App

Einen ähnlichen Funktionsumfang und ebenfalls plattformübergreifend arbeitet eine Software namens AirServer. Auch der Preis ist ziemlich identisch, nur muss ich sagen, dass die App bei mir auf dem Mac spinnt. Foren zufolge funktioniert sie prima und ist durchaus einen Versuch wert. Zum Testen gibt es eine kostenfreie einwöchige Probeversion.

airserver

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass Apple TV sicherlich die eleganteste Variante ist, wobei die Software Lösungen finanziell sehr reizvoll sind.

Comments ( 11 )

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  • Leider war die Kommentarfunktion deaktiviert… hier der Kommentar des netten Kollegen Herrn Janka:
    “Super Zusammenstellung der Möglichkeiten, die ich auch überwiegend so unterstreichen kann. Zwei Ergänzungen aus aktueller Erfahrung. Mit dem iPad2 neu (ipad 3) mit Retina-Display
    funktioniert der VGA-Adapter nicht mehr mit einem VGA/DVI-Beamer, obwohl die Übertragung mittels Apple-TV und DVI-HDMI-Adapter weiterhin möglich ist!. Kollege Folgmann von der TU-München hatte mit dem Anschluss des Apple-TV ziehmliche Probleme in seinem Netzwerk, näheres finden Sie in seinem Blog.

    Mit freundlichen Grüßen
    StD Walter Janka

    Staatl. Berufsschule Neumarkt
    Deininger Weg 82
    92318 Neumarkt

    https://ipadklasse.wordpress.com/
    https://info-farm.eu
    https://infofarm.de

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  • Auch von mir ein Dankeschön für den Artikel. Eine Frage: Was bedeutet denn Bild- und Tonübertragung genau? Kann man “nur” Dateien übertragen oder geht auch eine live-Übertragung der momentanen Bildschirmanzeige also quasi ein ScreenCast?

    • Über Apple TV wird (durch die HDMI Verbindung) Bild und Ton 1 zu 1 gestremmt, d.h. der gesamte Bildschirm sozusagen “geklont”. Bei der Videoübertragung ist allerdings schon eine starke WLAN Verbindung notwendig, wir verwenden von daher in diesem Falle einen Adapter. Viele Apps unterstützen die sog. AirPlay Funktion und lassen sich über Apple TV zeigen, die Appleschen Apps ohnehin. Leider werden einige Apps auch nicht unterstützt bzw. man muss dann die Vollversion erwerben. Ist mir aber bislang kaum im Alltag negativ aufgefallen.
      Gruß
      Andreas

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  • Steril

    Ist ja auch alles ganz nett, mit dem Apple TV aber in der Praxis doch noch zu viel Kabelkrams… WLAN haben wir in der Schule, immerhin! Leider kaum Beamer, so habe ich mir meinen eigenen Beamer gekauft, den ich in jede Klasse mit hereinschleppe. Dank Kaltgerätestecker kann ich ihn meist auf die OHPs stellen und deren Anschlusskabel verwenden. Nun muss ich aber noch mein Ipad per HDMI Kabel verbinden und beim Herumgehen in der Klasse die Verbindung wieder lösen. Mal sehen, wie lange die Buchsen an Beamer und ipad das mitmachen… Apple TV würde bedeuten, eine Mehrfachsteckdose samt Verlängerungskabel zusätzlich mitschleppen zu müssen. Das kommt nicht in Frage! In der Android Welt gibt es inzwischen HDMI Dongles (Miracast), die das Bild der Tablets spiegeln können. Sie werden per USB Anschluss vom Beamer mit Strom versorgt. Sowas für Apple AirPlay und die Sache läuft. Dann würde ich den Dongle per Winkelstecker uns Klebeband an meinem Beamer fixieren und müsste nur noch das lange OHP Stromkabel anschließen:-) Also Apple: Macht Apple TV kleiner und über USB mit Strom versorgbar. Ein portabler Beamer mit integriertem AirPlay würde doch sicher auch weggehen, wie warme Semmeln, oder?! Warum baut denn keiner sowas?

    • Hallo

      das ist sicherlich umständlich, wenn man alles mitschleppen muss. Bei uns ist Apple TV in den trolleys integriert und in einigen Klassen. Finanziell sicherlich machbar, das auszuweiten. Dass Apple TV zu groß ist, höre ich allerdings das erste Mal. 😉 und dass Apple die USB Lösung explizit ausklammert, begrüße ich und wird wohl auch nie geändert. Haben Sie mal Reflection oder AirPlay getestet. Läuft auf Mac und PC und erübrigt Apple TV.

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