Das iPad im Abitur: Eine Alternative zu teuren Taschenrechnern? (Update!)

Das iPad im Abitur: Eine Alternative zu teuren Taschenrechnern? (Update!)

Das iPad im Abitur: Eine Alternative zu teuren Taschenrechnern? (Update!)

Viele Gymnasien stehen vor der Entscheidung, iPad Klassen einzuführen, stehen aber in gleichem Maße vor dem Problem, dass der teure CAS Rechner angeschafft wird. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, ob das iPad in Abiturprüfungen eine rechtlich akzeptable Option darstellt. Dazu versuche ich, die Anforderungen, die im Erlass verankert sind, an das iPad anzupassen. (Quelle: RdErl MK v. 09.06.2008) “Computer- bzw. Notebooknutzung in Arbeiten mit landesweit einheitlichen Aufgabenstellungen und weiteren schriftlichen Arbeiten”. Hier wird klar definiert, dass “in den schriftlichen Prüfungen (…) Computer und Notebooks (nur) im Fach Mathematik eingesetzt werden (dürfen) und “den computeralgebrafähigen Taschenrechner” ersetzen.

Welche Voraussetzungen werden an diese Art von Taschenrechner gestellt?

Alle Taschenrechner sind mittels eines Hardware- bzw. Softwarereset vor der Prüfung in den Urzustand (Auslieferung) zu versetzen.

Ich schlage vor, eine Schul ID zu erstellen (Bsp.: prüfung2012@me.com). Diese ID enthält nichts weiter als die vorinstallierten Apps PLUS der gewählten Mathematik App. Die Geräte werden vor der Prüfung wie gewohnt eingesammelt, zurückgesetzt und mit der Schul ID über iTunes oder die Cloud bespielt. In den Einstellungen – Einschränkungen deaktiviert man Safari, FaceTime und die Kamera. Die Apps (insbesondere Safari) verschwinden somit komplett vom Bildschirm!

Vernetzte Rechner sind in der Abiturprüfung nicht zulässig. In Rechnernetzen ist von der Schule zu gewährleisten, dass die benutzten Rechner hardwareseitig vom Netz getrennt sind. Funkvernetzungen sind auf Hardware- und Softwareseite so zu trennen, dass weder im Prüfungsraum noch in der lokalen Umgebung auf das System zugegriffen werden kann.
  • Trennung des Netzes über die Access Points, den Router oder den Server. Das hängt von der Schulsituation ab. Da die Installation neuer Apps sowie die Nutzung des Browsers unterbunden wurde, ist die Voraussetzung von Softwareseite erfüllt. Die Hardwareseite sollte ebenfalls kein Poblem darstellen. Es bleibt die Frage nach dem Hotspot, der in Windeseile mit mobilen Telefonen eingerichtet werden kann… Auch hier: Ein Hotspot ohne Browser ist irrelevant. Ferner ist dies schlichtweg Betrug und den gab es auch schon vor dem iPad! Viele Probleme müssen sich pädagogisch lösen lassen, nicht technisch! Ich habe diese Idee an das NLQ zur Prüfung weitergeleitet und hoffe, es wird schnellstmöglich eine Entscheidung gefällt. Diese Entscheidung wird vielen Gymnasien, die gerne das iPad einführen würden, hoffentlich helfen.

Ergänzung:

Es gibt ein im iPad integriertes Feature, das in diesem Kontext sicherlich auch einer näheren Betrachtung bedarf: Der kontrollierte Zugriff (Guided Access). Seit iOS6 integriert, ermöglicht diese Funktion die geführte und überwachte Nutzung einer speziellen App oder einer Anwendung. Durch das Aktivieren und Festlegen eines PIN Codes hat man die Möglichkeit, die Schüler in einer App “einzuschließen” und den Wechsel in eine andere App oder Funktion zu verhindern. Darüber hinaus kann man auch ausgewählte Bildschirmbereiche deaktivieren und die Bewegungssensoren gleichermaßen ausschalten.  Selbst HomeButton und Ausschalter sind in diesem Zustand deaktiviert. Hier eine Video Demonstration auf Youtube:

Ich hoffe, dieses interessante Feature wird bei der Prüfung des iPad als Abitur relevantes Medium berücksichtigt. In meinen Augen sollte dies eigentlich der leichteste Weg sein, einen Satz iPads mit einem Pin zu versehen und den Guided Access zu aktivieren. Alle weiteren o.g. Hardware und Software Voraussetzungen in der Prüfungssituation sind somit meines Erachtens hinfällig. Aber dies entscheiden (hoffentlich bald mal!) andere Instanzen…

Comments ( 13 )

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  • J. Schwarze-Schütte

    Mit Interesse verfolge ich dieses Thema zum CAS. Welche App würden sie denn für das Abitur einsetzen wollen? Bei uns steht nämlich gerade die Entscheidung für den TI Nspire an, da der Voyage 200 eingestellt werden soll.

    • Oh je, Sie fragen hier jemanden mit latenter Matheabneigung. 😉
      Ein Kollege, der Oberstufen Mathematik unterrichtet empfahl mir folgende Apps zum Testen:
      Quick Math CAS Taschenrechner
      PocketCAS 3 iOS
      CAS Calc P11

      Ich wäre sehr dankbar über Ihre Einschätzung…
      Viele Grüsse
      A. Hofmann

      • Erich Jännert

        Wenn die Anschaffung eines ti-nspire überlegt wird, dann sollte auf jeden Fall auch die App TI-nspire CAS geprüft werden.

        Erich Jännert

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  • Moin!
    Ich denke, der Guided Access-Modus sollte völlig ausreichen. Die TI App ist gut, aber auch Geogebra wird in absehbarer Zeit den CAS-Modus auch in der App haben.
    Viele Grüße,
    iTOtto

    • Meine Rede… ich frage mich auch, warum das alles soooo lange dauert.

  • Janko Wellmeier

    Ich sehe den Guided Access-Modus z.B. im Fach Mathematik durchaus kritisch. Denn dann muss ich den Schülern eben doch wieder eine gedruckte Formelsammlung geben. Ein von mir vorbestimmtes Wechseln zwischen verschiedenen Apps ist dann nämlich nicht mehr möglich. Fazit: Solange ich nur eine App brauche, ist es super. Sollen aber mehr als eine App genutzt werden, so muss ich andere Wege gehen (und diese kosten dann leider die Schule Geld und Aufwand).
    Da sich ja aber auch in diesem Bereich viel entwickelt, bleibt zu hoffen, dass auch diese Funktion erweitert wird.
    Gruß
    Janko Wellmeier

    • Ja, da gebe ich Ihnen unbestritten Recht. Ich denke aber, dass die Lösung ohne guide Access, also ein Schulimage mit Taschenrechner und Formelsammlung den rechtlichen Anforderungen auch entspricht. Warten wir es ab…kann sich ja nur noch um Jahre handeln bis das entschieden wird…

  • MSMathe

    Was leider nicht erwähnt wird ist der enorme Aufwand. An unserer (kleinen) Schule müsste man für die zentrale Prüfung in der Einführungsphase rund 80 Geräte (erst mal besitzen) und dann konfigurieren, dass nur das eine Programm läuft und später wieder zurückstellen.
    Wir werden uns vermutlich (auch um die Eltern zu entlasten und vorhandene Geräte zu nutzen) für eine Laptop/Computerraum Lösung entscheiden und dann USB-Sticks mit Linux und Geogebra verteilen, die jeden Rechner direkt starten können und keinerlei Zugriff auf Netzwerke, andere Programme oder vorher erstellte Dateien zulassen.

    • Aufwand ist auch das Zurücksetzen der alten Taschenrechner. Ganz ohne Administration geht es nicht. Die iPads in den erforderlichen Zustand zu setzen ist mithilfe des Configurators oder eines 10er Hubs und einem Notebook mit iTunes in kurzer Zeit erledigt, da die Datenmengen gering sind. Ich bezweifle stark, dass Notebooks da Vorteile bringen. Zumal diese ja auch komplett formatiert werden müssen, um für zentrale Prüfungen geeignet zu sein.

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