digitaleschule.bayern in Gauting (30.01.-01.02.2018): mein Resümee

digitaleschule.bayern in Gauting (30.01.-01.02.2018): mein Resümee

Nachdem ich bereits die letzten beiden Jahre als Keynotesprecher und “Unterstützer” des Events digitaleschule.bayern an der Realschule Gauting in Bayern angefragt war, durfte ich auch dieses Jahr wieder dabei helfen, das Programm auf die Beine zu stellen. Bayern ist kein leichtes Pflaster, das ist mir bereits mehrfach in den letzten Jahren aufgefallen und es herrscht oftmals auch eine gehörige Portion Skepsis dem duzenden Preussen gegenüber. Dennoch muss ich sagen, hatte ich dieses Jahr diesen Eindruck gar nicht. Es herrschte von Anfang an bei den ca. 600 Teilnehmern eine sehr offene und neugierige Aufbruchstimmung, die sich schon in der Begrüßungskeynote des extravaganten belgischen Sprechers Kurt Klynen zeigte, der zu Murmelgesprächen aufforderte, die rasant Fahrt aufnahmen. Insgesamt sah man von außen gelöstere Gesichter als 2017 und dabei viel Lächeln. Nach Kurts toller Keynote begannen wir mit einigen “One Best Things”, also 180 sekündigen Impulsen von Kolleginnen und Kollegen, die Ihre Unterrichtsideen, Projekte und Visionen teilten, bevor es in die erste Arbeitsphase ging. 12 parallele Workshops sorgten dafür, dass die Räume nicht überfüllt waren und Platz für Gespräche, individuelle Betreuung und Austausch blieben. Daran änderte sich auch nachmittags in den beiden darauffolgenden Slots nichts. Das Catering sowie den zum Teil aufopfernd hilfsbereiten Gautinger Kollegen sei hier mein Dank ausgesprochen! Man fühlte sich zu jeder Zeit herzlich willkommen und bekam dazu jeglichen Wunsch binnen Sekunden erfüllt. Die ACS Group um Stefan Zeman sorgte für einen reibungslosen und perfekt organisierten Ablauf. Mit mir zu arbeiten bedarf manchmal eines gewissen Maßes an Spontaneität und Geduld und dir, lieber Stefan, sei gesagt, du hast beides. 😉 Der erste Tag ging im Gautinger Hof mit einem gemütlichen Abendessen (eigentlich braucht es für mich eh nur Kässpetzle) zu Ende.

Erfahrungsgemäß ist an Tag 2 immer erst einmal die Luft raus. Anders in Gauting. Pünktlich füllten sich die Reihen und es saßen wieder knapp 300 KuK in den Reihen zur Begrüßung. Den Keynote- Impuls gaben an diesem Tag mein lieber Freund Dejan Mihajlovic und ich als Zweidrittel unseres Podcast-/ YouTube- Projektes ” Perlen von den Säuen. Es ist zugegebenermaßen eine etwas überfordernde Aufgabe, die Moderation, Technikbetreuung UND die Keynote gleichzeitig zu leisten, aber ich bat Dejan, den Löwenanteil zu übernehmen und er tat es fantastisch. Seine Visionen und Gedanken trafen, dem Feedback nach zu urteilen, den Nagel auf den Kopf. Veränderung! Umdenken! NICHT blindes Digitalisieren. Ich bin froh, Dejan und Anselm kennengelernt zu haben und möchte dies als bestes Beispiel für meinen kontinuierlichen Aufruf zur Vernetzung anführen. In beiden Workshops war eigentlich genau dies zentrales Thema sowie die strategische Planung für KuK und auch Schulleitungen. Ich denke, man müsste gerade zu den konzeptionellen Workshops noch viel mehr Schulleitungspersonal antreffen. Das sollten wir 2019 anstreben. Auch die One Best Things kamen wieder ehrlich und authentisch rüber und sind so herrlich entlarvend, was die verschiedenen Lehrerpersönlichkeiten angeht. Ich liebe dieses Format.

Nach drei weiteren Workshopsslots am Donnerstag war auch bei Organisatoren und Teilnehmern die Luft raus und man freute sich auf den Heimweg.

digitaleschule.bayern ist gewachsen. Das merkt man. Die Digitalisierung ist zwar in aller Munde aber die Frage nach der nachhaltigen Umsetzung bedarf eben solcher Events. Man hört hin und wieder bereits Kritik bei den vermeintlich alten Hasen der Medienpädagogik, dass Workshops in der Art nicht zeitgemäß seien, zu lehrerzentriert oder eben didaktisch nicht hip genug. Ich empfinde das als Quatsch, sage ich ganz ehrlich. Wir erreichen mit diesen Großevents die Spitze des Eisberges, egal wo in der Republik. Die große Mehrheit macht sich noch nicht einmal Gedanken um das Thema. Also sage ich: diese Events setzen Impulse, geben Ideen, vernetzen und motivieren. Sie verändern noch lange keine Prozesse. Die muss jede Schule für sich ankurbeln. Wie aber soll man ein Konzept erstellen, wenn man nicht weiß, was digital machbar ist? Wie aber soll man pädagogische Entscheidungen treffen, wenn man gar nicht weiß, welche Technik vorhanden ist? Wie sollen KuK motiviert werden, wenn man nur im eigenen Saft schmort? Bildung ist Ländersache heißt es so schön. Mag politisch ja passen, für mich ist Bildung mehr. Bildung endet nicht an Länder- oder bereits Landkreisgrenzen und ja, auch wir Preussen haben gute Unterrichtsideen 🙂

 

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