iPad Pro (plus Apple Pencil) – sinnvoll für den Bildungsbereich?

iPad Pro (plus Apple Pencil) – sinnvoll für den Bildungsbereich?

Jahrelang galt es als Gerücht, letzte Woche ist dieses Gerücht Realität geworden. Das Riesen- iPad ist auf dem Markt, gennant iPad Pro. Zugegeben, es erscheint riesig und sorgt regelmäßig für einen Lacher, wenn man es aus der Tasche zieht. Es wirkt eben neu und für manche abschreckend groß. Auch ich hatte diesen Eindruck, nachdem ich dem UPS Zusteller das Paket voller Freude aus den Händen riss und mich fühlte wie ein kleiner Junge zu Weihnachten. Mein Spaß an der Technik führte eben dazu, dass ich gleich zugreifen musste. Und was soll ich sagen?  Das iPad Pro ist groß, also so richtig groß. Allerdings bringt die Größe eines nicht mit und das war meine größte Befürchtung: das Gewicht. Das Teil ist so schlank wie das iPad Air 2 und wiegt nur unverhältnismäßig mehr. Es ist kein Problem, das Gerät einhändig zu halten und funktioniert beidhändig ebenso gut. Es fühlt sich genauso geschmeidig an wie das iPad und sieht genauso aus. Das Display ist gewohnt gut und auch die Bedienung ist ‘as usual’. IMG_0876

Warum also sollte man den Schritt überlegen, sich ein solches Gerät anzuschaffen? Als erstes kommt mir die Größe des Displays als wesentliches Argument in den Kopf. Dieses Argument dürfte für viele Nutzer, die das iPad lediglich als Konsumgerät nutzen, nicht einleuchten. Diejenigen, die es als Arbeitsgerät nutzen, werden hier schnell einen deutlichen Zugewinn erkennen. Größere Tastatur, größere Schrift, mehr Fläche. Ich weiss, dass genau dies in vielen Schulen gewünscht ist, sei es im Bereich der Arbeit mit Schülern mit körperlicher Behinderung, im Grundschulbereich oder im Oberschulbereich, an dem häufig Texte ausgewertet werden und man vor allem eine Funktion auf dem iPad vermisste: den Split Screen. Die Split Screen Funktion macht eigentlich auf dem iPad Pro erst richtig Sinn und wurde von mir auf dem iPad nie wirklich genutzt. Nun hat man zwei variabel in der Größe einstellbare Bereiche auf dem Bildschirm und kann so parallel lesen, Notizen machen, recherchieren, etc. – Split Screen ist eine der mächtigsten Neuerungen von iOS 9, besonders auf diesem Device.

Das iPad Pro hat technisch einige Verbesserungen erfahren, die schulisch durchaus interessant sein können, wie zum Beispiel deutlich verbesserte Lautsprecher, die in Situationen, in denen man sich in weniger komfortabel ausgestatteten Räumen befindet, den ganzen Raum beschallen können. Heute in der Praxis erprobt, funktioniert!

Die Akku- Dauer wurde nun von mir in keinem Dauertest gecheckt, wobei ich den Herstellerangaben nicht traue. Mir fällt kein deutlicher Unterschied auf und ich bin hoch zufrieden mit der Leistung der Batterien.

Bei aller Lobhudelei gibt es sicherlich auch Punkte, die man kritisch betrachten muss. Da fällt natürlich zuerst der unglaublich hohe Preis auf, der sicherlich dafür sorgen wird, dass sich das Pro so nicht in Schulen durchsetzen wird, weil das Gerät in 1:1 Settings incl. Versicherungen und Support in Gefilde kommt, wo das MS Surface bereits liegt. Auch die Preise für den extra neu produzierten und viel gelobten Stift (Apple Pencil) und das Keyboard sind sehr hoch. Den Stift habe ich bestellt und ich werde ihn noch extra behandeln. Die Tastatur, generell Tastaturen, entsprechen nicht meiner Arbeitsweise auf Tablets und werden von mir kategorisch (jaja, ist eben so) abgelehnt. Das iPad und auch das iPad Pro werden mein MacBook nicht ersetzen können. Ich nutze die Kombination aus beiden Geräten und mache mir keine Gedanken darüber, ob ein iPad Pro jemals ein Notebook ersetzen wird. Bei mir nicht.

IMG_0905

Das iPad hat in meinen Augen einen anderen Ansatz als ein Notebook wie auch ein MS Tablet und gewinnt durch die Größe und die Möglichkeit, mehrere Apps gleichzeitig zu nutzen, deutlich an Format für das Bildungswesen. Nicht überraschend ist es, dass die ganzen App- Entwickler noch hinterher rennen und fleißig Updates auf den Markt bringen. Bei vielen Apps scheint es etwas zu dauern und man arbeitet auf nicht optimierten Oberflächen, die bei mir dennoch allesamt funktionierten. Keine App crashte.

Abschließend bleibt mir zu sagen, dass das iPad für mich ein wesentlicher Entwicklungsschritt im Bildungsbereich ist, der mich wieder verstärkt mit dem Gerät arbeiten lässt. Nicht nur alleine durch meine Freude daran, sondern weil es mir Dinge ermöglicht, für die das iPad für mich nicht interessant war und für die ich als zweites Display mein Telefon nutzte. Kein optimales Arbeitssetting. 🙂

Generell muss man natürlich überlegen, ob man bereit ist, 1000 Euro für ein Gerät auszugeben. Ich für meinen Teil bereue es nicht, das steht fest.

IMG_1105Vor zwei Tagen kam nun auch der Apple Pencil. Was soll man sagen? Ist prima verarbeitet, liegt gut in der Hand und macht einen tollen ersten Eindruck. Kurz und problemlos via Bluetooth  gekoppelt und ab geht es. Platz genug hat man durch die Größe des Displays, dazu Split Screen und eine sehr präzise Stiftführung machen es zu einer Freude. Um ehrlich zu sein sind alle handschriftlichen Apps in den letzten Jahren von meinem iPad verbannt worden, so dass es nicht leicht war, eine zum Testen zu finden. Wenn nichts geht, geht eben Evernote. 😉 So nach und nach habe ich mir wieder meine Notiz- Apps heruntergeladen und teste Notability und Paper. Allesamt laufen super, der Stift setzt genau an der Stelle an, an der man schreiben möchte. Handballen dürfen auf dem Display liegen, kein Problem.

IMG_1106

Geladen wird der Stift über einen Anschluss, der unter einer Magnetkappe sitzt. Ich befürchte ehrlich gesagt, dass ich das Adapterteil aufgrund seiner Größe irgendwann verlegen könnte… ich kenne mich. Die Kombination Apple Pencil und iPad Pro ist grandios, da gibt es nichts zu bemängeln. Außer dem saftigen Preis, der beim Stift nochmal mit etwa 110 Euro zu Buche schlägt.

Comment ( 1 )

Post a Reply

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

.