Mögliche Argumente gegen das iPad im Unterricht (lose und unbewiesene Sammlung)

Mögliche Argumente gegen das iPad im Unterricht (lose und unbewiesene Sammlung)

Mögliche Argumente gegen das iPad im Unterricht (lose und unbewiesene Sammlung)

Trotz aller Euphorie und Spannung zu Beginn dieses Projektes, muss man sich natürlich auch mit der Frage auseinandersetzen, welche Probleme und Nachteile ein iPad im Unterricht besonders im direkten Vergleich zu einem Windows Produkt, mit sich bringen kann/wird. Im Vorfeld und nach dreimonatiger intensiver eigener Nutzung (wobei ich bewusst versuche, meine Arbeit auf eben nur noch ein Gerät zu beschränken, dem iPad!) sind mir tatsächlich ein paar Dinge aufgefallen, die das Arbeiten nicht zwangsläufig erschweren, sondern ein Umdenken erfordern.

  • Fehlender USB Anschluss

Sicherlich das größte Ärgernis besonders in Hinblick auf den Schulalltag. Cloud Computing (dropbox, webdav, cloud) muss sich also in der Arbeitsroutine verankern. Zwar gibt es einen von Apple lizensierten USB Speicher namens iFlashDrive, der aber sehr teuer und dazu langsam sein soll. Die Angst vor “der Cloud” sitzt bei vielen Menschen tief. Ich persönlich nutze sie mittlerweile selbstverständlich und bin diesen Schritt gegangen, der in allen Bereichen und von allen Anbietern, Firmen deutlich forciert wird.

  • Fehlende Adobe Flash Unterstützung

Ein Hauptargument, das ich viel gehört habe in den letzten Monaten. Da sich der Standard für mobile Plattformen jedoch ohnehin gerade ändert und Adobe selbst die Weiterentwicklung des Produktes einstellt und von nun an html5 favorisiert, ist dieses Problem also bald hoffentlich aus der Welt geschafft.

  • Der Preis

Apple Produkte sind erfahrungsgemäß nicht günstig, aber preiswert in Hinblick auf die Qualität und Folgekosten. Das iPad (16GB, ohne UMTS) wird incl. dreijähriger Vollversicherung, der Abdeckung des Sozialfonds für sozial schwächer gestellte Familien und natürlich einer Garantie über den gesamten Leasingzeitraum unter 700 Euro liegen. Alle bei uns bereits eingeführten Notebooks unserer mobilen Klassen waren deutlich über diesem Preis. Natürlich ist der Vergleich eines iPads mit einem Notebook der Vergleich von Äpfeln und Birnen. Hochwertige Tablets anderer Hersteller sind durch die Bank teurer.

  • Wieder ein neues Betriebssystem?

Mancher Kollege tut sich nach wie vor schwer mit der Bedienung seines Windows XP Rechners und wagt gerade den Schritt zu Windows 7. Die Ängste, die das Einführen eines komplett neuen Betriebssystems mit sich bringen, muss man in der Planung ernst nehmen. Zu Anfang werden bei uns nur freiwillige Kollegen eingesetzt. Fortbildungen und Schulungen sind hier, wie natürlich bei Windows Produkten, das A und O.

  • Datei/ Ordner Verwaltung

Schüler haben erfahrungsgemäß große Probleme, eine Ordnung und Struktur zu entwickeln. Dies bezieht sich auf den herkömmlichen Schulranzen bzw. die Mappenführung wie auch auf eine Ordnerstruktur auf einem Computer. Es dauert Zeit, den Kindern individuelle Strukturen und Ordnungen beizubringen, was ich auf dem iPad als Schwierigkeit sehe. iBooks? Good Reader? Docs to go? Dropbox? Wo speichern die einzelnen Apps und wo sammle ich eigentlich meine Dateien?

Die Zeit wird zeigen, welche Methode wir für uns favorisieren.

Comments ( 6 )

  • Interessanter Perspektivenwechsel. 🙂

    Die Abhängigkeit des Cloud Computings von einem funktionierenden Internetanschluss macht mich als Lehrer nachdenklich. Wird im Unterricht alles funktionieren? Ich meine, man ist in iPad-Klassen ganz grundsätzlich sehr abhängig vom Internet, aber muss das auch einfache Daten wie ein Pages-Dokument betreffen? Ein USB-Stick ist manchmal eine wunderbare Sache.

    Nahezu alle Bildungseinrichtungen verbieten das Speichern jeglicher personenbezogener Daten bei Fremdanbietern wie Dropbox oder Apple Cloud und viele empfehlen darüber hinaus auch für den Privatbereich, diese gar nicht zu nutzen. Unbegründete Angst? Ihr persönliches Sicherheitsempfinden in allen Ehren, in der Klasse trifft die Lehrkraft eine Entscheidung auch für andere Personen. Datenspeicherung in der Cloud scheint mir nur realistisch, wenn Bildungseinrichtungen eine eigene Cloud hosten und so den Datenschutz garantieren.

    HTML5 als zukünftiger Standard. Also eine biologische Lösung für Flash? Bei einer Halbwertszeit eines iPads von 2 Jahren sicherlich derzeit kein schlagkräftiges Argument für den Kauf eines Apple Tablets.

    Wenn der Vergleich mit Notebooks ein Vergleich von Äpfel und Birnen ist, warum nicht gleich (angebissene) Äpfel mit anderen Äpfeln vergleichen? Der Vergleich zum iPad heißt Samsung Galaxy Tab 10.1 N, Motorola Xoom2, Sony Tablet S, Acer Iconia Tab A, HTC Flyer, Lenovo Ideapad usw. Preislich rangiert das iPad in diesem Feld sicherlich im oberen Seqment. Aber auch, wenn das iPad bisher die qualitativen Maßstäbe gesetzt hat, lohnt sich mittlerweile die Prüfung von Alternativen.

    Weitere Aspekte für die “lose Sammlung”:

    – Fehlende Volumenlizenzen
    Ohne jede Frage ist das iPad wartungsarm und laufstabil, wenn mal alles eingerichtet ist. Aber wie verteilt man die Software unter Einhaltung der Lizenzbestimmungen auf die Geräte? Großes Manko.

    – Inkompatibilität mit vorhandener Ausstattung
    Alle vorhandenen Mikrofone und Videokameras unserer Einrichtung sind mit dem iPad inkompatibel. Darüber hinaus sind unsere Beamer mit AppleTV inkompatibel. Apple hat eine eigene Phillosophie, was Standards und Kompatibilität angeht.

    – iPads laufen nicht Stand-Alone
    Bei allen Anwendungen, bei denen Musik in irgendeiner Form im Spiel ist, z.B. GarageBand oder iMovie, ist ein Fremdcomputer mit iTunes notwendig, um auch nur irgendetwas mit den Daten anfangen zu können. Nicht IRGENDEIN Computer, sondern DER Computer, mit dem das Gerät normal immer synchronisiert wird.

    Selbstverständlich kann ich auch viele wunderbare Sachen über das iPad berichten und ich nutze es selbst tagtäglich, aber das ist ein anderes Thema.

  • Super Kommentar. Danke. Viele gute Ideen, die ich mir erst einmal durch den Kopf gehen lassen muss. Darf ich Ihre Ideen teilweise in dem Artikel übernehmen?

  • So, jetzt habe ich etwas Zeit.
    Keine Frage, ein funktionierendes WLAN Netz ist Grundvoraussetzung für den Einsatz. Diese Basis setzte ich voraus.
    Trotz meiner Hinsicht nach teilweise überzogener Sicherheitsdiskussionen, gebe ich Recht, dass man die Vrantwortung für die Kinder trägt. Guter Gedanke! Dies wird bei uns dank webdav und IServ hausintern geregelt.
    Bezüglich html5… es mag noch eine Weile dauern, wir werden sehen. Fakt ist aber, und soviel kann ich nach über zwei Jahren als Klassenlehrer einer Notebookklasse sagen, dass nur eine verschwindend geringe Anzahl an schulisch nutzbarer Seiten mit Flash arbeiten. Mir persönlich file ad hoc keine Seite ein, die ich regelmäßig nutze…
    Herr Folgmann, ich suche händeringend nach Möglichkeiten, Tablet Alternativen zu testen. Ich vermarkte nicht Apple, ich glaube an das Arbeiten und die Chancen des Tablets. Bei einer guten Alternative auch hinsichtlich der Software, bin ich immer offen.
    Bislang kam mir aber nichts unter.

  • Ich sehe das genauso wie Sie. Den Tablets gehört die Zukunft in Schulen (EDV-technisch gesehen). Und ich finde Ihren Perspektivenwechsel “Gründe gegen das iPad” sehr förderlich für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema.

    Wie sehr man Flash vermisst, hängt sicherlich ganz erheblich von Schulart und Unterrichtsfach ab. In beruflichen Schulen (mein Kontext) gibt es viel gutes Anschauungsmaterial im Netz und gleiches gilt auch für alle naturwissenschaftlichen Fächer. Zwei Quellen, die ich gerne nutze, sind http://ne.lo-net2.de/selbstlernmaterial/ und http://www.zum.de (einfach mal nach Animationen suchen). Da läuft fast nichts auf dem iPad.

    Die einzige funktionierende Videoplattform auf dem iPad-Browser ist YouTube. Ich kann die Videopodcasts meiner Studenten teilweise nicht auf YouTube hochladen, da sie länger als 15min sind oder passwortgeschützt sein müssen (beides auf YouTube nicht möglich). Vimeo finde ich eh besser, nicht aber auf dem iPad.

    Schön ist, dass meine Prezi-Präsentation mittlerweile auf dem iPad abgespielt werden kann (selbstverständlich nur in einem eigenen App, nicht im Browser). Eine spontane Korrektur der Präsentation am iPad ist dagegen nicht möglich.

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