Synology NAS – mein Abschied von der Wolke! (naja, fast…)

Synology NAS – mein Abschied von der Wolke! (naja, fast…)

Vorab: Dies wird kein Artikel zu technischen Details, Serveranbindungen oder anderen mir komplett schleierhaften Dingen. Dies wird ein Artikel eines Nutzers, der nach vielen Jahren des Experimentierens seinen (beinahe) idealen Workflow gefunden hat und erstmals zeitsparend davonkommt. Das Thema ist dermaßen komplex, ich weiß kaum, wo ich anfangen soll… okay, ich starte bei der Erklärung, was die Synology ist und lasse ein Video sprechen, da ich es besser ohnehin nicht beschreiben könnte (die englische Sprache ist in diesem Falle nicht hinderlich, hoffe ich).

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Die Synology (in meinem Falle DS 215J mit zwei 4 TB Platten ) ist also ein Netzwerkspeicher, auf dem meine Daten liegen. Das ermöglicht mir erst einmal das finale Verdammen aller Windowsprodukte aus meinem Haushalt, denn mein HTPC (mein Medien- PC im Wohnzimmer) wird dadurch obsolet. Dies alleine ist zwar schön, aber noch kein Grund zur wirklichen Freude. Die Freude begann nach dem Installieren der spezifischen Apps, die Synology für Tablets und Smartphones bietet und die mir den flexiblen Zugang und die völlige Mobilität bieten.

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Über einen vorher eingerichteten WebDAV Zugang zur Synology hat man auf alle Daten mittels der Apps auch von außerhalb Zugriff. Die App DS File (DS = Diskstation) bietet mir den Zugriff auf alle Daten, die ich schulisch und privat benötige. Es bedarf im Vorfeld einiger Zeit, die Diskstation einzurichten, was am Laptop oder PC vorgenommen werden muss. Eine schöne und strukturierte Oberfläche, die man mit einem Browser erreicht, hilft auch Anfängern.

Syno

Screenshot vom PC

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Screenshot vom PC

Ich brauchte an zwei Stellen Hilfe, den Rest habe ich selbst eingerichtet. Gerade in puncto Sicherheit allerdings habe ich mir Unterstützung besorgt. Die Synology arbeitet nach einem Rechtesystem, wie man es von Schulservern kennt. Man kann beliebige Nutzer auf seiner Syno einrichten, Kollegen integrieren oder Ordner bzw. Dateien für andere freigeben. Kollaboration ist also wesentlicher Bestandteil. Jeder Nutzer kann mit verschiedenen Rechten ausgestattet werden oder bestimmte Zugriffsrechte erhalten.

Den gesamten Umfang werde ich hier nicht darstellen können und beschränke mich auf meine schulische Nutzung. Die App DS File bietet also den Zugriff auf alle meine Dateien, wobei Videos, Fotos und Audios separat in speziellen Apps verwaltet werden. Hier sind auch entsprechende Player oder Darstellungsmöglichkeiten integriert. DS Video beispielsweise nutze ich zum Streamen meiner Filme auf den Fernseher, wodurch mein Telefon zu meiner Fernbedienung mutiert. Das Tolle daran: Man kann es weiter uneingeschränkt nutzen auch wenn es einen Film abspielt. Fotos verwalte ich mit der entsprechende Fotoapp wie auch meine Musik, die ich zuhause streamen kann und von ausserhalb über die Apps auch abspielen kann. Ich habe meine jahrelang zum Einsatz gekommenen Lehrfilme, Audiodateien, Karikaturen, etc. also immer in der Hand und per Fingertipp auch im Klassenraum abspielbar. Das ist auch machbar  bei schlechtem Netzempfang (bis auf Videos) und rettet mir ab und an den Unterricht. Die Fotoapp hat großartigerweise sogar eine automatische Backup- Funktion und sichert mir so meine iPhone- und iPadbilder automatisch auf dem Server.

DS Audio

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DS Video

Die eigenen Daten immer und überall dabei und alle Daten kabellos (ohne zusätzliche Hardware) präsentierbar (zuhause via DLNA, in der Klasse via Apple TV). Fantastisch!

Nun gibt es aber noch allerlei Möglichkeiten, die die Bedeutung meiner Syno erhöhen… zum Beispiel die Möglichkeit, meinen Google Account (alternativ gehen auch andere renommierte Clouddienste) zu synchronisieren. Sprich, einmal verbunden und man benötigt nicht mehr zahlreiche andere Apps der Cloudanbieter. Speichere ich eine Datei auf Google Drive erscheint sie gleichzeitig auf dem NAS und andersherum. Dies hat dazu geführt, dass ich mich aus allen Clouddiensten (bis auf Google, deren kollaborative Elemente nach wie vor unerreicht sind) abgemeldet habe, was sich bereinigend anfühlte. Dropbox weg, OneDrive weg, SugarSync weg, Telekom Cloud weg…

Die Syno dient mir weiterhin als Backup (Time Machine) meines MacBooks und als Cloud, die eigenständig vordefinierte Ordner synchronisiert, wobei dieser Dienst bei mir mehr und mehr vernachlässigt wird. Der Server ersetzt mittlerweile sehr viele vorher genutzte Dienste, die ich zum Teil oben bereits ansprach. Ein wesentliches Element meiner Arbeit ist das gemeinsame Arbeiten und Austauschen von Dateien. Nicht nur mit Schülern, die ich bislang noch nicht auf meiner Synology zugelassen habe, da wir dafür IServ haben, aber mit Kollegen und meiner Familie. Alle Dateien können über den PC, aber auch über die Apps blitzschnell an andere freigegeben werden. Das entspricht also genau der Funktion, für die ich drei verschiedene Dropbox Accounts besaß. 🙂 Auf diese Weise kann ich auch Audios und Videos via Email, Whats App oder SMS an andere (zum Abspielen und Herunterladen) freigeben. Sicherlich eine spannende Funktion auch für den Unterricht.

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Meine Syno ersetzt nach und nach nicht nur Clouddienste, sondern auch den Schulserver. Ich hatte nach vielen Jahren digitalem Arbeiten irgendwann das Gefühl, meine Struktur und auch Dateien verloren bzw. “verschlampt” zu haben, weil es zu viele Orte (lokal und online) gab, an denen Daten lagen. Dies hat nun ein Ende, da ich weder lokal noch online Dateien ablege, das heisst auch nicht mehr auf dem Schulserver. Alles nur noch zuhause. Datenschutzrechlich ist dies obendrein eine recht saubere Lösung und fühlt sich gut an. Dass bei einer solchen Nutzung die Sicherheit des Netzwerkes sowie ein durchdachtes Backupsystem unabdingbar sind, brauche ich nicht zu erwähnen. Sicher ist sicher. Ich überlege, mir tatsächlich als Backup eine zweite Synology zu kaufen, die nur als Backup dient, aber das ist vielleicht ein Schritt zu weit. 😉

Schulisch interessant ist die Tatsache, dass die Synology das WebDAV Protokoll unterstützt und somit von Apps wie Pages, Numbers, Keynote, Explain Everything u.a. direkt angesteuert werden kann. Im nachfolgenden Screenshot sieht man die Anbindung unter Pages.

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In Fällen, in denen die DS Apps nicht ausreichen oder ich Probleme habe, bestimmte Dateien vom iPad auf den Server zu bekommen, kommt wieder die App Documents zum Einsatz. Auch hier können Synology Server problemlos angebunden werden.

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Die größeren NAS der Firma Synology bieten sicherlich eine attraktive Option für Schulen, die digital arbeiten möchten und Ihre Daten nicht extern lagern möchten. Die kleineren Varianten bieten jedem Vielnutzer großartige Möglichkeiten, einen übersichtlichen Dateizugriff und tatsächlich vor allem eins… Zeitersparnis! Druckerräume, hektische Minuten vor dem Unterricht und die Suche nach den geeigneten Medien und Abspielgeräten sind für mich kein Thema mehr.

Comments ( 2 )

  • Hallo Andreas,

    schöner Artikel, der hoffentlich weiteren Lehrern Appetit auf einen eigenen NAS-Server macht. Ich setze meine Synology jetzt seit knapp einem Jahr mit einem ähnlichen Szenario wie im Artikel beschrieben ein und bin damit sehr zufrieden. Ja, ich benutze auch noch meine Dropbox, dort kommt aber auch nicht alles rein. Die private Cloud à la Synology bedeutet, das meine Daten nicht überall in der Welt umherschwirren und die USB-Sticks ihre Daseinsberechtigung fast verloren haben. Ein wesentlicher Nachteil bei all diesen Szenarien ist allerdings die Abhängigkeit vom Internet. Gibt es keine Internetverbindung, gibt es keine Daten. Bei uns in Mecklenburg-Vorpommern ist dies in vielen Gegenden ein Problem. De Einsatz einer NAS im privaten Bereich macht aber trotzdem Sinn, da die Datenmenge beständig in jedem Haushalt wächst. Ich hatte vor der Synology eine NAS von Netgear im Einsatz, diese allerdings nur für Time Machine und als iTunes Server genutzt. Die Synology ist wesentlich komfortabler zu nutzen und bietet mehr Dienste, so kann ich selbst noch mit Joomla und WordPress auf der Synology experimentieren, was auch einen Mehrwert bringt.

    Viele Grüße
    Enno

    • Hofmann

      Ich danke dir, Enno. Ich sehe auch von Woche zu Woche mehr Gewinn für mich. Man entdeckt zunehmend die Möglichkeiten. 🙂

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