Zeig’ her deinen Homescreen (Torsten Dobe)

Zeig’ her deinen Homescreen (Torsten Dobe)

Als Andreas mir von dieser neuen Kategorie erzählte, war ich sofort hellauf begeistert! Mich erinnerte die Frage, was ich auf meinem Homescreen habe, an eine, die in den frühen nuller Jahren dieses Jahrtausends, durch die Feuilletons geisterte – “ Was hast du auf deinem iPod?” – und mehr, oder weniger prominente Leute antworten (Hier eher weniger Prominente). Gemeint waren die Playlisten, die Künstler, die Musikrichtung. Damals, wie die Zeit vergeht, war es einfach auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, es ging ja schließlich nur um Musik. Die iPods sind in unseren Smartphones verschwunden und in einer App aufgegangen.

Und darum soll es in dieser Rubrik hier gehen: Apps. Als er mir auf Nachfragen unterbreitete, dass es nicht nur um Apps für die Bildung gehen solle, habe ich sofort zugesagt. Ich fand die Idee toll, das Blog ein wenig zu öffnen, also der Schwerpunkt bleibt bei der Bildung aber eine gewisse Streuung an Spaß gehört halt überall dazu.

Also, was habe ich auf meinem Homescreen, und welche drei Apps stelle ich hier vor:

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Alle Apps in der Reihenfolge von links oben nach rechts unten:

Reihe1: Fotos, Sonos, Spotify, Kalender,

Reihe 2: Facebook, Kontakte, Uhr, YouTube, Kamera, Einstellungen, Reeder, Ordner1: Noteshelf, Erinnerungen, Notizen, Documents, Blogsy OwnCloud, Scanbot, Outbank

Reihe 3: Ordner2: Das Erste, ZDF, arte, Netfix, Amazon Instant Video, Kabel Deutschland, Sky Go, On Air, Zattoo, Ordner3: Pages, Numbers, Keynote, Ordner4: Word, Excel, PowerPoint, OneDrive, Messenger

Reihe 4: Dropbox, 1Password, Fire TV, AppStore

Reihe 5: Nachrichten, Safari, Mail, PDF Expert Pro, Tweetbot

Vielleicht erkannt man an der einen oder anderen App, dass ich das iPad mittlerweile nicht nur für das Arbeiten benutze. Es ist seit geraumer Zeit ein super Abspielgerät für Mediatheken oder anderen Videodiensten geworden (siehe Ordner2), aber auch eine spitzen Fernbedienung (Fire TV, Sonos), oder ein Gerät zum Konsumieren von Inhalten (Tweetbot, Reeder).

Die drei Apps, die ich herauspicken möchte sind…

App 1: Sonos

In unserer Wohnung befinden sich zwei Sonos Boxen, eine Play:1 und eine Play:3. Diese kommunizieren direkt mit dem Internet und greifen so diverse Musikdienste ab. In meinem Fall sind das Spotify, Google Musik, SoundCloud und TuneIn. Dadurch kann ich über die App der Box sagen, dass sie über Spotify Album XY von Künstler XY abspielen soll. Da der Musikgeschmak meiner Frau ein anderer ist als meiner, kann sie auf der anderen Box was anderes hören, entweder Radio mit Hilfe von TuneIn, oder einfach eine andere Playlist. Ziemlich genial. Der Clou ist aber, wenn wir mal eine größere Anzahl von Gäste einladen und in mehreren Zimmer die Sause steigt, kann man die beiden Boxen zu einer Gruppe zusammenlegen und in beiden Räumen hört man die gleiche Musik. Oder die Herren hören Rock und die Damen hören Pop, unzählige Möglichkeiten. Ich bin mit der App im Großen und Ganzen zufrieden. Ich empfehle meinen Gästen auch, die App ebenfalls auf ihren Smartphone zu laden und sie können dann in die Wiedergabeliste ihre Lieder einreihen, dann sind alle DJ und alle für die schlechte Musikauswahl verantwortlich. Was mich dennoch an der App stört ist, dass es doch sehr an dem Akku des iPads zerrt. Das Problem ist aber mittlerweile bekannt und es soll daran gearbeitet werden – ich hoffe es zutiefst.

App 2: Reeder

Damals, als das Internet noch recht frisch war, waren RSS- Feeds der letzte Schrei. Man konnte Internetseiten Abonnieren und sie tauchten im Mailprogramm auf. So konnte man die neuesten Meldungen von Spiegel.de oder Sueddeutsche.de mit den wichtigsten News vom Kicker.de abonnieren und war immer auf dem Laufenden. Ich war früher schon großer Fan. Dann hat sich Google dem RSS- Dienst angenommen und es wurde noch besser, weil schneller und auch ansehnlicher. Die dort abonnierten Feeds konnte man anderen Programmen weitergeben. Hier kommt der Reeder ins Spiel. Damals. Google hat sich leider vor ein paar Jahren gedacht, dass es sich nicht mehr lohnt weiter an dem RSS-Diensten festzuhalten und es ins digitale Nirwana geschickt. Schade. Dafür kamen andere Dienste wie Feedly auf den Markt und haben auch gleich einen Import der abonnierten Feeds angeboten. Reeder hat diesen Dienst eingebaut und der Übergang war, für mich, nicht schwer. Aber kommen wir zu der App, wie sie heute funktioniert. Ich habe verschiedene Internetseiten abonniert und diese in Kategorieren unterteilt. Diese werden mir chronologisch dargestellt. Mit einem Klick komme ich in den Artikel, mit einer Wischbewegung von unten nach oben gelange ich in den darauffolgenden – fast wie Zeitunglesen nur nicht von rechts nach links. Manche Zeitungen zeigen anfänglich nur eine Überschrift, ein Foto und die ersten 4-5 Zeilen an. Interessiert mich dieser Artikel, dann kann ich mit dem schon vorinstallierten Tool Readability den Text “aufklappen” und der komplette Artikel ist zu sehen. Sollte die Internetseite dieses verhindern, so kann ich mit einem Wisch von links nach rechts, auf die normale Internetseite kommen und sie eben da lesen. Readability ist nur ein Tool, welches bedacht wurde. Auch die Möglichkeit den Artikel auf die Leseliste in Safari zu übergeben ist ziemlich nützlich. Oder den kompletten Artikel direkt als Mail zu versenden spricht für die App.

So erspare ich mir ein Zeitungsabo.

App 3: 1Password

Die Sache mit den Passwörtern – ein leidiges Problem. Ich höre vermehrt, dass Leute sich ein Passwort eingerichtet haben und dieses überall benutzen. Dieses kann ich nicht gutheißen. Man sollte sich für jede Seite, auf der man sich einloggt, ein spezifisches Passwort ausdenken, oder ausdenken lassen. Diese Aufgabe übernimmt für mich die App 1Passwort, nicht nur auf dem iPad, auch auf dem iPhone oder dem Computer. Man will sich auf einer Internetseite anmelden und müsste sich jetzt was kryptisches ausdenken, damit man sich eine gewisse Restsicherheit bewahren möchte im Netz. Diese Aufgabe kann man 1Password machen lassen. Man kann einstellen wie viele Sonderzeichen, Großbuchstaben, oder Nummern in dem Passwort verwendet werden sollen. Dann legt man die Länge des Passworts fest. Die App speichert den Benutzernamen, die Internetadresse und das erstellte Passwort in seiner eigenen Datenbank. Mit einem offline abgelegten Masterpasswort eintsperrt man die App und erhält Zugang zu dieser Datenbank. mit einer Wischgeste kopiert man das gespeicherte Passwort und kann es verwenden. Mit iOS 7 sind so genannte Erweiterungen, z.B. für Safari hinzugekommen. Hier setzt sich 1Password fest und man kann innerhalb des Browsers auf seine Passwort-Datenbank zugreifen. Mit neueren iPhones, oder iPads kann man diese auch mit dem Fingerabdrucksensor freischalten. Für mich ist diese App eine feste Größe in meinem täglichen Workflow geworden. Ich muss mich ständig irgendwo einloggen oder ummelden.

Neben den Logins kann man bei 1Passwort auch Netzwerkschlüssel, Kontaktdaten, Bankdaten, […] und sichere Notizen hinterlegen. Diese finde ich sehr praktisch. Ich sichere hier z.B. die Passwörter meines Vaters, der sich eben nicht alle Passwörter merken möchte. Oder Ideen für bestimmte Geburtstagsgeschenke landen hier drin. Die Synchronisation zwischen Geräten kann man selbst auswählen. Entweder erfolgt es über die Dropbox, die iCloud oder über WLAN. Da ich, nachdem ich die Passwörter habe mir generieren lassen habe, nicht möchte, dass es über fremde Webdienste gesynct wird, habe ich mich für die WLAN-Variante entschieden. Dafür müssen alle Geräte im gleichen Netz sein und die App geöffnet sein. Es dauert ca. 1-2 Minuten (je nach Datenmenge) und die Datenbanken sind abgeglichen. Zwar entstehen mehr Kosten dadurch, dass die App für jedes Geräte gekauft werden muss, aber ich kann, und will, es nicht mehr aus meinem Arbeitsablauf wegdenken.

Das sind die Apps, die ich am häufigsten benutze, tatsächlich. Ich bin gespannt auf die nächsten Homescreens, die von anderen Leuten vorgestellt werden, denn auch mein gewisses Maß an Voyeurismus sollte auf diesem Wege befriedigt werden. Ich hoffe Sie hatten Spaß beim Lesen und vielleicht war auch etwas Informatives dabei.

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