Mein iPad- Workflow (nach 3 Jahren Nutzung)

Mein iPad- Workflow (nach 3 Jahren Nutzung)

Ich gestehe, ich nutze das iPad nicht mehr in der Intensität wie ich es die ersten zwei Jahre genutzt habe! Mein Macbook hat dem iPad in vielen Belangen den Rang abgelaufen bzw. ergibt in der Kombination mit iPhone und iPad eine fantastische Ergänzung, die aber einiges an Zeit des Testens in Anspruch nahm. Rückblickend betrachtet erinnert der Homescreen meines iPad kaum noch an den Homescreen meines iPads von vor zwei Jahren,  aber es gibt durchaus auch Apps, die von Beginn an kontinuierlich genutzt werden. Ich teile der Übersichtlichkeit halber in Arbeitsabläufe ein.

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Mein Homescreen Januar 2015

1. Notendokumentation

Ich arbeite von Beginn an mit TeacherTool. TeacherTool ist zugegebenermaßen nicht immer gleich selbsterklärend, aber ist Notengebung, Schnittermittlung, Klassenbuchführung nicht auch recht komplex? Ich finde ja. Ich selbst nutze längst nicht alle Funktionen dieser App, die komplett 24,99 Euro kostet und somit die teuerste App auf meinem iPad ist. Ich wagte einen kurzen Abstecher in die App Schulfix sowie einige Lehrer- Apps aus den USA, die ich allesamt schnell wieder löschte und mir leider nicht einmal namentlich merkte. Teachertool ist für mich Gold wert, wenn es um das spontane Eintragen von Noten, Bemerkungen und mündlichen Leistungen geht. Früher schrieb ich Zettel mit Noten und Anmerkungen, die ich schwer zuordnen konnte, wenn ich sie Wochen später nachtragen wollte. Heute heisst es: iPad raus, Stillarbeitsphase genutzt (oder die kleine Pause) und schnell die Leistungen notiert. Ich empfinde dies als eine tolle Bereicherung zum fairen Benoten der Kinder. Die Kursbuchfunktion habe ich leider noch nicht für mich entdeckt, liegt aber an meiner ohnehin wenig formalen Arbeitsweise. 😉

2. Cloudspeicher und Dateitransfer 

Man muss es sich eingestehen: Effektives Arbeiten mit Tablets ohne Clouddienste ist unrealistisch. Die Frage nach Datenschutz, Dateitransferrate und Bedienbarkeit hat mich im Laufe der Jahre alle gängigen Cloudanbieter durchtesten lassen. Privat bin ich bei der Dropbox geblieben, weil sie mittlerweile durch das Werben neuer Nutzer auf über 20 GB angestiegen ist und letztlich irgendwie an jede App angebunden ist, die Rang und Namen hat. Die Dropbox ist omnipräsent, nur leider finde ich die App selber furchtbar. Ich mag Bedienung und Oberfläche nicht und nutze sie nur, wenn mich irgendein Dienst dazu zwingt. Generelles Problem bei der Dropbox ist meines Erachtens gerade beim Umgang mit großen Dateien die langsame Transferrate. Das nervt schon manchmal. Ich greife auf meine Dropboxdaten über die App Documents zu, die ich HIER bereits beschrieb. Arbeiten mit iPads ohne Documents (alternativ natürlich muss GoodReader genannt werden, das aber Geld kostet) macht in meinen Augen kaum Sinn, da es die Brücke zwischen den Betriebssystemen bildet und obendrein das Tor in ALLE Cloudlösungen, seien sie kommerziell oder privat. Schulisch relevante Dateien auf unserem Schulserver IServ werden ebenfalls über Documents hoch- und heruntergeladen, was über die Weboberfläche lediglich mit Bildern möglich ist. Hier spielt Documents nicht nur IM Unterricht eine wesentliche Rolle, sondern auch in puncto Unterrichtsvorbereitung. Documents lagert alle erdenklichen Dateitypen und lädt sie auf Wunsch auf IServ. Die App kostet nichts und tut genau das, was ich benötige. Nicht aufgeblasen und ohne Schickimicki. In meiner Arbeit als Medienberater nutze ich eine andere Cloud wesentlich intensiver, da ich hier Kollaborationsmöglichkeiten vorfinde, wie ich sie nirgendwo anders habe: Google Drive. Google bietet beim Erstellen eines Accounts generell 15 GB Cloudspeicher, was für mich erst einmal ausreicht. Die Speicherfunktion ist aber letztlich nicht der Grund, weshalb ich es nutze. Es ist die Möglichkeit, Dateien anderen freizugeben und mit anderen in Echtzeit an Dokumenten zu arbeiten. Ich habe neulich eine Tabelle erstellt und 40 mir zum Teil unbekannte Firmen/ Aussteller darauf eigeladen, die dort ihren Bedarf und ihre Wünsche für die kommende Fortbildungsveranstaltung eintragen sollten. Es kostete mich EINE Email an alle und nach und nach füllte sich diese Tabelle mit allen relevanten Informationen, ohne dass ich Dutzende von Mails schreiben und Anrufe tätigen musste. Fantastisch! Mittlerweile arbeite ich fast nur noch mit den Officeanwendungen von Google (Docs, Tabellen und Slides), die jedoch zugegebenermaßen sehr abgespeckt sind auf dem iPad. Richtig zur Geltung kommen sie auf einem Rechner, Basisarbeit ist mit dem iPad allerdings gut machbar. Warum Google aus dem ganzen Paket vier Apps gemacht hat, bleibt mir verschlossen. Installieren würde ich sie allemal, denn wenn Arbeitserleichterung möglich ist, dann mit Google Doc/ Tabellen… Alleine solche Abläufe wie das Gegenlesen eines Textes durch einen Kollegen kostet nicht mehr als eine kurze Emailfreigabe des entsprechenden Textes. Anmerkungen und Korrekturen sieht man dann in Echtzeit im Dokument. Man muss es ausprobieren, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Mein Kollege, Eyk Franz, wird einen Workshop dazu am 16.03. anbieten.

Die Applesche Cloud ist seit iOS 8 im Begriff, eine Konkurrenz zu werden, aber die kollaborativen Elemente sind leider noch chancenlos gegen Google. Eine hochinteressante App, um auf dem iPad direkt auf seine Daten in der iCloud zu kommen ist die App Cloud Opener. Mit ihr greift man auf alle dort gelagerten Dateien zu und kann diese via “Öffnen in…” an die App seiner Wahl senden und bearbeiten. Gute Idee diese App und durchaus lohnenswert, zumal kostenlos.

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3. Notizen und Screenshots 

Ich sage es auf jeder Veranstaltung und kann es von Monat zu Monat mehr bestätigen: das Foto nimmt mehr und mehr an Bedeutung zu. Nicht nur wegen der überall verfügbaren Kameras und der in viele Apps implementierten Funktion, das Ergebnis als Foto abzuspeichern, sondern auch wegen der Screenshotfunktion des iPad. Ich mache ständig Screenshots von Internetseiten, Zitaten, Bildern, lustigen Anekdoten, Kartenausschnitten, Wunschlisten für den nächsten Einkauf und vor allem von den oftmals mehr oder minder wichtigen Infomails der Schulleitung oder anderer Behörden. Zack, Foto gemacht – Papier weggeschmissen. So erhalte ich mir die Papierfreiheit meines Alltages, die ich bis auf das analoge Erstellen und Korrigieren von Klassenarbeiten auch ziemlich konsequent durchziehe. Um allerdings nicht die Übersicht zu verlieren, sollte man sich hier auch eine App als Helferlein suchen, die das Archivieren für einen übernimmt. Ich nutze hier nach wie vor Skitch, das in Verbindung mit Evernote fantastisch funktioniert. Mit Skitch erstelle ich Screenshots bzw. bearbeite, annotiere vorhandene und Evernote speichert die Shots als Notiz.

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Hier kann man sie benennen, nach Stichwörtern suchen, chronologisch ordnen, etc. Evernote an sich nutze ich als To Do- Liste, Notizblock (mit Erinnerungsfunktion), für Audionotizen (z.B. im Auto) und neuerdings auch für die Kollaboration mit Kollegen. Der neu implementierte und sogenannte Work Chat ist eine großartige Funktion. Man kann hier Dateien (in Evernote lassen sich alle Dateiarten speichern) und Notizen anderen freigeben und sich in einem sehr funktionalen und schnellen Verfahren in einer Art Chat darüber austauschen. IMG_0959

Für meinen Arbeitsablauf stellt diese Funktion das Tüpfelchen auf dem i dar, so dass ich Evernote sicherlich nicht vom Homescreen verbannen werde. Übrigens arbeite ich absolut zufrieden mit der kostenfreien Version. Alternativ habe ich eine Weile mit Scanner Pro von Readdle gearbeitet, der genau das gut tut, was der Name verspricht. Auch hier sind alle gängigen Cloudlösungen (auch Evernote) angebunden und man hat einige Bildbearbeitungsmöglichkeiten, die Skitch nicht bietet. Generell aber überzeugten die Vorteile der Verbindung Skitch und Evernote aufgrund der vielen Funktionen und Multifunktionalität.

4. PDF (speichern und bearbeiten)

Eine vorinstallierte App, die leider nicht nur Vorteile mit sich bringt, ist iBooks. Neben einer schönen, aufgeräumten Oberfläche, einer guten Suchfunktion und der Möglichkeit, Bemerkungen einzufügen, ist es aber auch eine Sackgasse, wenn es um einen Workflow geht. Dateien in iBooks können lediglich per Email weitergeleitet werden, was in keiner Weise angenehm und ausreichend ist. Leider führt dieser Umstand bei mir mehr und mehr dazu, dass ich iBooks zu umgehen versuche. Um ehrlich zu sein gibt es, glaube ich, kein Programm im App Store, das ich nicht irgendwann mal probiert habe.  Viele (teilweise teure Apps) können zwar PDF bearbeiten, Anmerkungen einfügen, Audiodateien integrieren, etc. aber ich war mit deren Handling meistens nicht zufrieden. Besonders bei meinem Bestreben, papierfrei zu arbeiten, stoße ich oft an Grenzen. Urlaubsanträge, Dienstreisegenehmigungen, Formulare jeglicher Art… Erst letzte Woche stieß ich auf eine App, die ich vor langer Zeit gekauft hatte und die in Vergessenheit geriet: PDF Forms. Noch überraschter war ich, als ich sah, dass ich irgendwann 7,99 Euro dafür bezahlte und nie nutzte… Nun ja, ich weiss jetzt, warum der Preis gerechtfertigt ist, denn das erste Mal habe ich eine App, die schnell und einfach PDF Dateien annotiert und dazu mit einer Unterschrift versieht. Diese muss man nicht in einem Minifenster jedes Mal neu “reinfrickeln”, sondern sie wird separat auf dem gesamten Bildschirm erstellt und speichert sich abrufbar ab. Genial. Anbinden lassen sich Google Drive und die Dropbox, was mir sehr entgegenkommt. Leider sind noch keine WebDav- oder FTP- Anbindungen möglich.

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Anmerkung: Dies ist mein erster Versuch einer Unterschrift. 🙂

Ich bin schwer begeistert von dieser App und schaffe es nun endlich, meine Anträge digital zu versenden, ohne den Weg zur Post gehen zu müssen, was natürlich auch an den Empfängern liegt, da leider nicht alle Behörden diese Art akzeptieren werden.

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